Berlin-Marathon 2017: Der Countdown läuft

Ich hätte, ich könnte, ich sollte, ich müsste: in den letzten Wochen eigentlich aus Eigennutz meinen Blog regelmäßig mit meinen Trainingseinheiten dokumentieren. Ich muss(te) aber nichts.

Ich nehme mir jetzt mal etwas Zeit für einen Rück- und Ausblick was das Training für den Berlin-Marathon anbelangt. 

In 17 Tagen starte ich meinen fünften Berlin-Marathon. In 17 Tagen, wie die Zeit vergeht. 

Ich weiß schon gar nicht mehr in welcher Kalenderwoche mein 20 wöchiges Training begonnen hatte. Ich weiß nicht auswendig wie viele Kilometer ich abgespult habe. Ich weiß nicht auswendig wie oft ich meine Waschmaschine mit meinen Sportsachen (nur zu viertel) voll gestopft habe Ich weiß auch nicht wie viele Stunden ich für meine körperliche und mentale Verfassung in Ruhe- und Erholungszeiten mit „Nixtun“, Chillen und auch Schlafen auf dem Sofa und im Bett verbracht habe. Letztere Zeiten habe ich aber definitiv im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Was ich definitiv weiß, dass ich diese Jahr angefangen habe nach intensiven Einheiten Proteinriegel gegönnt habe, was mix extra Kosten verbunden ist,  wenn es helfen kann. 

Was ich auf jedenFall gerade aber auch während den Läufen empfinde: Dank. Dank z. B. an meine Frau, Schatz, wie auch immer und gegenüber meiner Tochter. Ich stehe 4.15 Uhr auf, trainiere. Ich trainiere u. U. am Wochenende auch lange und oft, die Zeit fehlt. Ob am Frühstückstisch zu dritt oder an anderen Momenten: Manchmal trainiert der  Papa. – Sowas muss man erst mal aushalten, akzeptieren, unterstützen.  Danke.

Ich empfinde aber auch Dank an eine „unbestimmte Adresse“, an Gott, an mein Leben, an das Schicksal, wo und was auch immer:

Mein Körper und mein Geist sind vollumfänglich für das Laufen geschaffen, wie für alle Menschen, die gesund sind, Mein Körper, meine Vorstellungskraft brachte mich an Orte wo ich noch nich zu Fuß war. Meine Füße tragen mich über viele hunderte Kilometer, zuverlässig, kraftvoll und sicher. Ich habe die schönsten Sonnenaufgänge erlebt, die oft noch kühle bis angehen frische Luft im Winter, im Frühjahr, im Sommer am Morgen. Ich rannte mit 4:30 Minuten pro Kilometer oder schneller, manchmal auch „langsamer“ parallel einem Sonnenaufgang über den Schwarzwald kommend entlang. Meine Nase sog die gute Luft ein. Wenig bis kein Auto- und LKW-Lärm. Ruhe. Einfach Ruhe, Ich hörte die ersten Vögel pfeifen, einer, dann zwei, dann drei usw. Ich bin so dankbar zu solchen sehr fürhen Tageszeiten schon motiviert, aufgeschlossen und fit,  ausgeschlafen zu sein. Ein Geschenk. Ein gratis Geschenk. Ein unbezahltes Geschenk. 

Ich hatte teils „Hitzeschlachten“ geführt. Regen gleich Null. 10 Uh morgens, die Sonne fast schon am höchsten Punkt: Kilometer 20, 25 und auch weiß; jetzt noch EB (Endbeschleunigung), nahezu Vollgas, aber mein Herz schlägt schon 160 mal pro Minute. Also: bestimmt, schneller aber nicht auf Vollast weiter. Ein Kampf. Wenn es schon um 5 Uhr über 20 Grad Celsius hat, die Temperaturen stiegen gefühlt jede Minute, kein Schatten:  Eigentlich habe ich kein Bock mehr. Ich laufe aber weiter. Ich laufe weiter. 

Ich bin froh und dankbar, dass sich bei mir beruflich etwas getan hat, es ruhiger geworden ist: Weniger ist mehr und mittlerweile ich trotz dem „weniger“ mehr beim Verdienst drin, dass hätte ich nicht gedacht. Ich bin früh und dankbar, nur noch einen Arbeitgeber zu haben und zu wissen: Nach deiner Arbeit am Vor- und Nachmittag folgt nicht noch eine zweite Runde. Ich laufe oft bei meinen ehemaligen „Zweitarbeitgeber“ vorbei und weiß, da müsste ich u. U. genau JETZT arbeiten: Aber ich muss es nicht mehr. Ich habe die Freiheit bzw, sie wird mir auch geschenkt / gegeben.

ich bin froh und dankbar, dass ich gesund und fit bin, dass es mir gut geht: ich sehe oft Menschen, denen es vll. nicht so gut geht, körperlich, psychisch, wirtschaftlich. Solange ich laufen kann bin ich dafür DANKBAR. Solange es mir gut geht, bin ich DANKBAR. In dieser Welt, es mögen mir manche widersprechen, ist NICHTS selbstverständlich. Kein Mensch ist perfekt. Die Erde ist nicht im besten Zustand: Mir hilft das Laufen die Welt, mich und andere Menschen anderes zu betrachten. Ein Läufer rennt nicht vor sich oder anderen Dingen weg: Was ist die Alternative zu Laufen? Drogen, Alkohol, der Fernseher, Spielsucht? Die verdammte sch…. AFD zu wählen? 

Es ist 22.30 Uhr. Feierabend.

Danke an jene die mich unterstützen. Und Danke an den lieben Gott, wenn es ihn gibt. 

 

 

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